Schilddrüse: Funktion und Aufgaben – das leistet die kleine Drüse

Stoffwechselstörung, Schilddrüsenunterfunktion

Man sieht sie nicht, man fühlt sie nicht. Lange wusste man deshalb nichts von der kleinen Hormondrüse. Und richtig – ja: Die Schilddrüse produziert Hormone. Das ist ihre Hauptfunktion. Sie bewältigt aber auch viele weitere Aufgaben. Ohne sind wir nicht in der Lage, ein normales Leben zu führen.

Aber was für Aufgaben hat die Schilddrüse eigentlich und wie funktioniert sie? Das alles und viele andere Fragen beantworten wir in diesem Artikel.

Wo sitzt die Schilddrüse?

Die Schilddrüse sitzt vorne am Hals. Wie ein Schild umgibt sie die Luftröhre. Daher auch der Name „Schilddrüse“.

Die Schilddrüse besitzt viele kleine Drüsen (Follikeln). Hier werden die Hormone gespeichert. Die Schilddrüse kann Hormone als Vorrat speichern, die bis zu 8 Wochen lang in den Follikeln gespeichert werden können.

Hormonbildung in der Schilddrüse: Wie funktioniert das?

Die Schilddrüse kann, wie bereits erwähnt, Hormone speichern. So kann sie bei Bedarf Hormone in die Blutbahn abgeben, um den Körper zu versorgen und den Stoffwechsel aufrechtzuerhalten.

Aber wie funktioniert die Hormonbildung? Dazu wird Jod an dem Eiweißbaustein Tyrosin angelagert. An jedem Baustein (Molekül) lagern sich 4 Iodatome ab. Man hat dann das Hormon T4. Man kennt es besser als das Medikament Thyroxin T4!

Hormon T4 und T3Thyroxin T4 – schon mal gehört? Natürlich. Dabei handelt es sich um ein künstliches Hormon. Fehlt das natürliche T4 im Körper, bekommt man dieses Hormon oft als Medikament verschrieben. Man kennt es als L-Thyroxin.

T4 ist aber ein inaktives Hormon. Das heißt, dass T4 keine Auswirkung auf den Stoffwechsel hat. Dazu muss ein Iodatom vom Tyrosinbaustein abgespaltet werde. Das Molekül enthält dann nur noch 3 Iodatome, deshalb auch T3.

T3 ist im Gegensatz zu T4 aktiv. Es finden Stoffwechselprozesse statt.

T3 und T4 sind Hormone, die den gesamten Stoffwechsel regulieren. Außerdem werden damit fast alle wichtigen Funktionen im Körper gesteuert.

Die Produktion der Schilddrüsenhormone wird über den Hypothalamus gesteuert, einem Teil des Gehirns.

Hormonproduktion, Schilddrüse

Bei einem Hormonmangel schüttet der Hypothalamus das Hormon TRH aus. TRH gelangt dann zur Hypophyse (Hirnanhangdrüse). Diese wiederum setzt ein neues Hormon, das TSH frei.

Das TSH gelangt nun über die Blutbahn zur Schilddrüse und dockt dort an die Rezeptoren an. Kaum geschehen, weiß die Schilddrüse bescheid und regt die Hormone T3 und T4 an. Das macht sie solange, bis genügend Hormone gebildet wurden.

Sind genügend Hormone im Blut, bekommt das auch der Hypothalamus mit und stoppt die Ausschüttung weiterer Hormone. So geht das Spiel hin und her.

Man kann sich das wie bei einem LKW vorstellen, der rückwärts an eine Rampe fährt. Er sieht nichts und muss auf den Anweisungen eines Menschen vertrauen. Kommt die Anweisung, dass er nahe genug dran ist, bekommt er einen Zuruf (ein Signal). Dann weiß er, dass es jetzt reicht und bleibt stehen. Würde der Anweisende aber nichts sagen, fährt er gegen die Rampe.

Eine gesunde Schilddrüse funktioniert also immer optimal. Es darf keine Schilddrüsenober- oder Unterfunktion geben.

Eine Schilddrüse funktioniert eigentlich perfekt. Eine Unterfunktion ist oft auf einen Mangel an Nährstoffen zurückzuführen. Oft ist eine falsche Ernährung der Grund.

Schilddrüsen Werte: Was wird gemessen?

Bei einer Untersuchung der Schilddrüse werden an erster Stelle die TSH-Werte gemessen. Sind dies Okay und der Patient fühlt sich wohl, dann ist er wahrscheinlich auch gesund.

Fühlt er sich wohl und einige Symptome deuten auf eine Unterfunktion der Schilddrüse oder auf Hashimoto hin, dann sollte der Arzt auch andere Werte wie T3, T4, ft3 und ft4 messen.

Unter ft3 und ft4 versteht man freie Hormone. Sie befinden sich im Blut und sind nicht als Vorrat in der Schilddrüse „gefangen“. Außerdem sollte man wissen, dass nur freie Hormone den Stoffwechsel beeinflussen können.

Die Werte sind deshalb wichtig, weil man nur so herausfinden kann, ob jemand an einer Unterfunktion der Schilddrüse oder an anderen Erkrankungen wie Hashimoto leidet. Je nach Symptome sollte der Arzt wissen, welche Werte er messen muss. Dies ist leider aber in vielen Fällen nicht der Fall. Hashimoto Erkrankte bekommen die Diagnose gerade aus diesem Grund oft viel zu spät, weil der Arzt aufgrund seiner Einschätzung die Schilddrüse nicht ausreichend gecheckt hat.

Mit Schilddrüsenunterfunktion abnehmen: So gehts

Welche Aufgaben hat die Schilddrüse?

Die Schilddrüse hat viele Aufgaben. Indirekt beeinflusst sie deshalb auch den Grundumsatz.

Unter Grundumsatz versteht man, wie viele Kalorien man am Tag benötigt, um alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten.

Der Grundumsatz wird aber nur indirekt von der Schilddrüse geregelt und nicht andersherum. Man hört oft die Meinung, dass die Schilddrüse den Grundumsatz steuert. Drückt man es so aus, verstehen gerade Layen nicht, dass der Grundumsatz nur deshalb sinkt, weil bestimmte Körperfunktionen verlangsamt werden. Der Körper arbeitet weniger und verbraucht deshalb auch weniger Energie.

Aber wie arbeitet die Schilddrüse nun?

Der Körper besteht aus unzählige Zellen und Organe, die alle eine bestimmte Tätigkeit im Körper verrichten müssen.

  • Die Leber muss entgiften.
  • Das Herz muss schlagen.
  • Das Gehirn muss denken und warm gehalten werden.
  • Der Körper muss auf 37 °C warm gehalten werden.

Für diese und viele andere Aufgaben benötigt der Körper einen sogenannten Grundumsatz.

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse kommt der gesamte Arbeitsablauf ins Stocken, wie ich gleich noch erklären werde.

Schilddrüse und Stoffwechsel

Wenn viele Hormone produziert werden, läuft der gesamte Stoffwechsel im Körper schneller. Bei zu vielen Hormonen redet man deshalb auch von einer Schilddrüsenüberfunktion.

ZugMan kann sich das wie bei einem Zug vorstellen, der viele Wagons aneinander gereiht hat. Schilddrüsenhormone sind vergleichbar mit dem ersten Wagen. Fährt er schnell, müssen alle anderen Wagen ebenso beschleunigen. Sie können ja auch gar nicht anders.

Fährt er langsam, müssen alle anderen auch langsam werden.

Die aneinander gereihten Wagen sind in unserem Fall alle Zellen und Organe. Sie alle kommen ins Stocken, wenn zu wenige Hormone produziert werden.

  • Das Gehirn will nicht mehr denken.
  • Der Körper wird nicht genügend entgiftet.
  • Der Körper schafft es nicht mehr, ich auf 37 °C warm zuhalten. Er zieht da Blut zurück, um wenigstens die inneren Organe richtig zu wärmen. Man bekommt deshalb schnell kalte Hände und Füße.
  • Man möchte viel schlafen, weil die Energie fehlt.
  • Der Stoffwechsel verlangsamt sich stark.
  • Das Herz klopft langsamer, während es bei einer Überfunktion rasen kann.

Einfach alles gerät ins Stocken. Durch diese Stockung verrichtet der gesamte Körper insgesamt viel weniger Arbeit am Tag. Weniger Arbeit heißt für den Körper, dass er auch weniger Energie benötigt, um diese Arbeit zu verrichten. Der Grundumsatz sinkt und man nimmt schneller zu.

Werden zu wenige Schilddrüsenhormone im Körper produziert, kommen die gesamten Stoffwechselvorgänge im Körper ins Stocken. Dadurch verrichtet der Körper weniger Arbeit und benötigt deshalb auch weniger Energie in Form von Kalorien. Der Grundumsatz sinkt.

Schilddrüsenunterfunktion Symptome

Hier möchte ich punkt- artig einige Symptome nennen, die häufig bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten können:

  • Ständige Müdigkeit,
  • Gewichtszunahme,
  • Desinteresse, Trägheit und Unlust,
  • schwacher Puls,
  • niedriger Blutdruck,
  • langsames Denken,
  • Kropfbildung,
  • kalte Hände und Füße.

Das sind nur einige Symptome, die auftreten können. Auch Blutarmut und Lernstörungen treten häufig auf. In extremeren Fällen bilden sich Schwellungen und Cellulite. In der TCM spricht man hier von zu viel Wassereinlagerung im Körper.

Was sind die Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion?

Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Eine sehr häufige Ursache ist die Entzündung der Schilddrüse, bekannt als Hashimoto Thyreoiditis.

Natürlich können auch alle medizinischen Eingriffe eine Ursache sein. Dazu gehören vor allem Operationen an der Schilddrüse und Bestrahlungen. Weiterhin:

  • Die Wechseljahre,
  • zu wenig Jod,
  • Stress,
  • Blutarmut,
  • Kranke Niere und Leber,
  • hormonelle Bedingungen (z. B. nach der Geburt),
  • hormonelle Verhütung,
  • permanenter Kalorienmangel.

Kropf: Ursachen und Symptome

Der Kropf (auch Struma) ist eine Schwellung der Schilddrüse. Meistens ist ein Jodmangel dafür verantwortlich.

Kommt es zu einem Jodmangel, wächst das Schilddrüsengewebe an, um so mehr Hormone produzieren zu können. Dabei bildet sich ein sogenannter Kropf. Wenn man sofort reagiert und vermehrt Jod aufnimmt, kann sich der Kropf oft zurückbilden.

Verpasst man das, wächst der Kropf weiter, bis er selbst von außen als Schwellung am Hals erkennbar ist.

Man erkennt einen Kropf durch folgende Symptome:

  • Druck- und Schluckbeschwerden,
  • einengendes Gefühl am Hals,
  • häufiges Räuspern,
  • Kloßgefühl im Hals,
  • Atembeschwerden.

Welche Nährstoffe benötigt die Schilddrüse?

Neben Jod und Selen benötigt die Schilddrüse noch weitere Vitamine und Spurenelement, um ihr Aufgaben zuverlässig zu verrichten. Kommt es zu einem Mangel nur eines Faktors, kann es bereits zu einer Unterfunktion führen.

Die Schilddrüse benötigt also auch

  • Tyrosin,
  • Eisen,
  • Zink,
  • Kupfer
  • und Mangan.

Gerade Frauen verlieren durch ihr Blutungen mehr Eisen als Männer. Jedenfalls kommt es bei Frauen häufiger zu einem Eisenmangel.

Sowohl bei einer Schilddrüsenunterfunktion als auch bei Hashimoto sollte man genügend Eisen konsumieren. Viel Eisen findet man beispielsweise in Quinoa, Kürbiskerne, Pfifferlinge, Schnittlauch, Weizenkleie und Sesam.

Die Schilddrüse benötigt vor allem Jod, Tyrosin, Selen, Eisen, Zink, Kupfer und Mangan. Nur so kann sie richtig arbeiten und die nötigen Hormone produzieren.

Schilddrüsen Erkrankungen

Ist die Schilddrüse einmal erkrankt, kann es zu vielen Einschränkungen kommen. Besonders die Arbeit der Schilddrüse wird dadurch gehindert.

Schilddrüsenerkrankungen nehmen leider immer mehr zu. Besonders häufig tretet Hashimoto auf. Ohne jetzt detailliert auf alle Erkrankungen einzugehen, soll die Aufführung unten einige Krankheiten der Schilddrüse zeigen:

  • Kretinismus: Heute ist sie fast ausgestorben. Sie kam bei Kindern in Jodmangel Gebieten vor.
  • Hashimoto Thyreoiditis: Das ist eine Entzündung der Schilddrüse, bei dem die Drüse zerstört wird. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung.
  • Myxödem: Geht mit einer Schilddrüsenunterfunktion einher. Dabei kommt es zu Hautschwellungen und anderen Symptomen.
  • Morbus Basedow: Der Körper produziert zu viele Hormone. Es entsteht eine Schilddrüsenüberfunktion.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu