Kalte und warme Lebensmittel – Das Heilmittel Persiens

Kalte und warme Lebensmittel

Das Thema über die Küche Persiens ist unglaublich faszinierend. Denn wir schauen nur auf Fette, Kohlenhydrate und Proteine. Ganz anders macht man das in der persischen Küche. Sie unterteilen alle Lebensmittel in kalte und warme Lebensmittel. Dabei geht es aber nicht um die Temperatur, sondern um die Auswirkungen der Zutaten auf den menschlichen Körper.

So gibt es Lebensmittel, die den Körper erhitzen, zum Beispiel Ingwer. Denn solche Lebensmittel erwärmen den Körper. Deshalb fangen wir auch an zu schwitzen, wenn wir scharfe Sachen essen. Solche Lebensmittel werden als warme Lebensmittel bezeichnet. Gegessen werden diese deshalb bevorzugt im Winter.

Kalte Lebensmittel dagegen kühlen den Körper und werden eher im Sommer gegessen.

In alten Heilpflanzenbüchern des Mittelalters findet man interessante Beschreibungen zu den einzelner Heilpflanzen. Zuerst wird dort beschrieben, wie die Pflanze auf die Organe oder den Körper wirkt. Zum Beispiel, ob es bei einer Pflanze eine wärmende oder eine kühlende Wirkung hat, oder ob sie austrocknend oder befeuchtend wirkt. Das ist wichtig, weil bei jeder Krankheit und bei jeder Beschwerde der Ernährungsplan so erstellt wird, dass man nur bestimmte Sachen isst. Wer dauernd schwitzt, sollte deshalb keine wärmenden Lebensmittel essen.

Genau die gleichen Prinzipien verwendet bis heute die alte persische Medizin. Zurück geht das ganze auf die traditionelle chinesische Medizin (TCM), die nach etwa dem gleichen Prinzip funktioniert. Trotzdem handhaben beide Völker das etwas anders. In diesem Artikel möchte ich mehr auf die persische Anwendung von kalten und warmen Lebensmitteln drauf eingehen.

Die große Wirkung von kalte und warme Lebensmittel

Nach der von Zarathustra gegründeten Religion Zoroastrismus, wird jedem Lebensmitteln eine Eigenschaften zugeschrieben, die den Körper und den Geist entweder erhitzen oder abkühlen. Kalte und warme Lebensmittel werden besonders dann angewandt, wenn gesundheitliche Probleme anstehen.

Bei Magenprobleme wird beispielsweise genau auf die Auswahl von Lebensmitteln geachtet. Richtig angewendet, wirkt die richtige Ernährung mit den richtigen Zutaten wie ein natürliches Heilmittel. Oder besser formuliert, ist es ein natürliches Heilmittel. Probleme und Krankheiten werden so ohne Medizin ganz ausgeheilt.

Es geht also um die Gesundheit und um das Wohlbefinden des Menschen. Die richtige Mischung aus kalte und warme Lebensmittel machen den Menschen körperlich und seelisch gesund. Bei Krankheiten ist die Anwendung dieser Ernährungsweise sehr effektiv und hilft ausgezeichnet. Nur leider ist die Ausbreitung und die Bekanntheit in den westlichen Ländern fast völlig unbekannt.

Was sind warme Speisen?

Warme Speisen wirken wärmend und eher anregend auf den Körper. Dazu gehören

  • tierische Fette,
  • Geflügel,
  • Weizen,
  • Honig,
  • Datteln,
  • Feigen,
  • Nüsse,
  • Erbsen,
  • Kichererbsen,
  • Bohnen,
  • Eier und Tee,
  • Wurzelgemüse im allgemeinen.

Zu den Gewürzen zählen

  • Pfeffer,
  • Muskat,
  • Zimt,
  • Nelken,
  • Cayenne und Chilischoten.

Zu den Tees zählt Schwarzer Tee, aber auch Kaffee.

Was sind kalte Speisen?

Kalte Speisen wirken eher beruhigend und kühlend auf den Organismus. Kühlende Lebensmittel wirken erfrischend auf den Körper und werden deshalb hauptsächlich im Sommer gegessen. Zu den kühlenden oder erfrischenden Lebensmitteln gehören

  • Fisch,
  • Reis,
  • Milchprodukte,
  • Zitrusfrüchte, sowie die meisten frischen Gemüse- und Obstsorten.
  • Pfefferminztee oder Grüner Tee.

Zu den den Gemüsesorten zählen beispielsweise

  • Tomaten,
  • Gurken,
  • Mais,
  • Linsen,
  • Zucchini,
  • Spinat,
  • Salat.
  • Wurzelgemüse wie Karotten und Fenchel gehören jedoch nicht dazu!

Zu den Obstsorten zählen

  • Südfrüchte (Melonen, Ananas, Zitronen, Orangen)
  • Beeren.

Kalte und warme Lebensmittel – was isst man wann?

Bei den persischen Bräuchen ist es wichtig, dass kühlenden und wärmenden Lebensmittel in Balance zueinander stehen. Deshalb wird darauf geachtet, dass man zu einer Mahlzeit nicht nur kalte oder nur warme Lebensmittel isst.

Wenn man also Fisch isst, sollte man dazu kein Knoblauch essen, weil Knoblauch auch kalt ist. Nach einer Fisch-Mahlzeit wird deshalb empfohlen, eine warme Nachspeise zu sich zu nehmen. Zum Beispiel ein paar Feigen.

Umgekehrt zählt natürlich das gleiche. Man sollte 2 warme Zutaten nicht zusammen essen.

Im Grunde genommen soll das nicht nur die Gesundheit fördern, sondern auch bestimmten Beschwerden helfen. Man nimmt bei Beschwerden also keine Arznei zu sich, wenn man beispielsweise Magenbeschwerden oder Bluthochdruck hat. Man achtet nur darauf, wann man warme und wann man kalte Lebensmittel isst.

Die Wirkung von warmen und kalten Lebensmitteln?

Warme Lebensmittel sollen beispielsweise das Blut dicker machen und den Stoffwechsel ankurbeln. Kalte Lebensmittel verdünnen das Blut und verlangsamen den Stoffwechsel. Zu viele kalte Lebensmittel gelten deshalb als ungesund.

In dem Buch „Persien – Meine Heimat„, bezeichnet die Heilpraktikerin und Autorin das Land Persien als Land der Naturheilkunde. Sie selbst sagt folgendes:

Wir haben gute Naturheilmittel im Iran, von denen viele in Deutschland noch völlig unbekannt sind!

Dabei spricht Sie von Naturheilmittel, worunter man nur Pflanzen und Lebensmittel verstehen muss. Grund für die weit verbreitete Naturmedizin ist, weil es im Iran nicht so viele Krankenhäuser gibt. Gerade in den Dörfern ist der Weg bis zum Krankenhaus oft sehr weit. Es ist deshalb wichtig, dass man die natürlichen Heilmittel kennt und so viele Krankheiten oder Beschwerden bekämpfen kann.

Die Ernährung nach kalte und warme Lebensmittel spielt dabei meine große Rolle.

Aber die verschiedenen Lebensmittel können noch weiter unterteilt werden. Denn es gibt auch neutrale Speisen, die weder kühlend noch wärmend wirken. Oder welche, die zwar wärmend, aber nicht erhitzend wirken. Wenn du mehr über dieses Thema erfahren möchtest oder es sogar anwenden möchtest, dann klicke auf den unten stehenden Artikel. Hier gehe ich detaillierter auf die TCM (traditionelle Chinesische Medizin) drauf ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu